Mit ihrer Rechenleistung auf Exascale-Niveau bietet die JUPITER AI Factory (JAIF) einzigartige Möglichkeiten zum Training von KI-Modellen in Europa. Sie eröffnet Start-ups und KMU sowie Forschenden und der Industrie einen kostenlosen, schnellen und einfachen Zugang zu Rechenzeit. Nun erweitert JAIF ihre Infrastruktur und ihr Leistungsspektrum durch die Zusammenarbeit mit dem NVIDIA Inception-Programm für Start-ups.

JAIF basiert auf JUPITER, Europas erstem Exascale-Supercomputer. Indem JAIF mit NVIDIA Inception zusammenarbeitet – das Start-ups ebenfalls Zugang zu Entwicklertools, Schulungen und einem Netzwerk aus Investoren und technischen Experten bietet – bringt sie ihre enorme Rechenleistung direkt in ein größeres, rasch wachsendes Ökosystem für KI-Innovation ein. Damit erhöht sie ihre Sichtbarkeit bei Start-ups und KMU im deutschen und europäischen KI-Umfeld.

Diese Kooperation ergänzt die bestehenden Partnerschaften von JAIF und erweitert das Angebot an offenem, herstellerneutralem Zugang zu europäischen KI- und HPC-Ressourcen.

Wissenstransfer und Kompetenzaufbau für KI und HPC

Von der Zusammenarbeit profitieren soll die gesamte JAIF-Forschungs- und Entwicklungs-Community, bestehend aus Wissenschaft, Start-ups und KMU. Im Rahmen der geplanten Initiativen werden gezielte Schulungs- und Mentoring-Angebote über Programme von NVIDIA Training für Entwickler:innen und Administrator:innen, das NVIDIA AI Technology Center sowie die Open-Hackathon-Initiative bereitgestellt. Diese Aktivitäten sollen den Wissensaustausch fördern und praktische Kompetenzen für die Entwicklung von KI- und HPC-Anwendungen vermitteln.

Zudem werden durch die Kooperation die Rechenressourcen und Serviceangebote von JAIF über das NVIDIA Inception-Portal noch sichtbarer. Start-ups und KMU steht eine leistungsstarke, hochmoderne KI-Infrastruktur offen – sowohl über die regulären Antragswege von JAIF als auch über das NVIDIA Inception-Portal als ergänzenden Zugangsweg. Durch diese Kombination sollen für das JAIF-Ökosystem neue Nutzergruppen gewonnen und bestehende Dienstleistungsangebote stärker genutzt werden. JAIF-Anwender erhalten ergänzende Expertise im Wissenstransfer und in den jeweiligen Fachdisziplinen, was die effektive Nutzung der vorhandenen Rechenkapazitäten fördert. Die Verknüpfung eines größeren Ökosystems für KI-Innovation mit europäischen KI- und HPC-Ressourcen soll dazu beitragen, den Einsatz und die Skalierung von KI-Anwendungen in zahlreichen Feldern voranzutreiben – darunter im Gesundheitswesen, in der Energieversorgung, der Fertigung, in den Bereichen Klima und Umwelt, Bildung, Kultur und Medien sowie im öffentlichen Sektor und im Finanz- und Versicherungswesen.

JUPITER – Schlüsselinfrastruktur für KI und Hochleistungsrechnen

Integriert in eine breitere, herstellerneutrale Dienstleistungslandschaft ergänzen diese neuen Angebote das Fachwissen der deutschen und europäischen Partner von JAIF. Gleichzeitig treiben sie die KI-Innovation mit JUPITER, Europas erstem Exascale-Supercomputer, voran. Das im September 2025 eingeweihte EuroHPC-System wird von rund 24.000 NVIDIA Grace Hopper-Superchips angetrieben und bildet das zentrale technologische Rückgrat des JAIF-Ökosystems. JUPITER stellt eine Schlüsselinfrastruktur für KI und Hochleistungsrechnen in Deutschland und Europa dar. Um Training und praktische Anwendungen nahtlos miteinander zu verbinden, umfasst das JAIF-Ökosystem zudem JARVIS, eine spezialisierte Cloud-Plattform für fortschrittliche KI-Inferenz und skalierbare Nutzerdienste.

Langjährige Zusammenarbeit im Bereich Hochleistungsrechnen und GPU-gestützter Forschung

Das JSC arbeitet in den Bereichen Hochleistungsrechnen und GPU-gestützter Forschung seit vielen Jahren eng mit NVIDIA zusammen. Dazu gehören Entwicklungs- und Optimierungsarbeiten für KI- und HPC-Anwendungen sowie der Betrieb von Forschungs- und Entwicklungslabors, darunter ein NVIDIA Application Lab am Standort Jülich.

Diese Zusammenarbeit trägt dazu bei, JAIF als eines der führenden KI-Innovationszentren Deutschlands zu stärken und fördert die wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Deutschland und Europa.

JAIF hat das Ziel, Dienstleistungen anzubieten, die Start-ups und KMU den Zugang zu KI-Anwendungen in großem Maßstab erleichtern. Unsere Zusammenarbeit mit NVIDIA und dessen Inception-Programm trägt maßgeblich dazu bei. Die Partnerschaft stellt sicher, dass die Stärken von JUPITER einerseits und die Flexibilität von JARVIS andererseits voll ausgeschöpft werden können.

Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert, Jülich Supercomputing Centre (JSC), Koordinator von JAIF

„Deutschlands Forschungseinrichtungen bringen Gründer hervor, die ihre eigenen Modelle trainieren wollen, und dieser Anspruch stößt schon früh an infrastrukturelle Grenzen“, sagt Tobias Halloran, Direktor für EMEAI-Start-ups bei NVIDIA. „Durch diese Zusammenarbeit erhalten Start-ups und KMU im NVIDIA Inception-Programm über JAIF ebenfalls Zugang zu JUPITER für das Training und zu JARVIS für die Inferenz sowie fachkundige Unterstützung bei deren Nutzung. Damit erweitert JAIF seinen Nutzerkreis unter Start-ups und KMU weiter.“

Über das Jülich Supercomputing Centre (JSC) am Forschungszentrum Jülich

Das Jülich Supercomputing Centre (JSC) betreibt Systeme für das Hochleistungsrechnen und stellt Wissenschaft und Industrie in Deutschland und Europa Zugang zu modernster Supercomputing-Infrastruktur bereit. Als eines der führenden Supercomputing-Zentren Europas ermöglicht das JSC Forschenden, komplexe wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen mit innovativen Methoden aus Simulation, Data Science und Künstlicher Intelligenz anzugehen. Mit seinen Systemen – darunter Europas erster Exascale-Supercomputer JUPITER – unterstützt das JSC interdisziplinäre Forschung in einer Vielzahl wissenschaftlicher Felder und entwickelt Methoden für Recheninfrastrukturen der nächsten Generation. Darüber hinaus betreibt das JSC JUNIQ, eine europäische Quantencomputer-Infrastruktur, die Zugang zu modernsten Quantencomputern bietet und die frühe Erforschung sowie den Einsatz von Quantentechnologien unterstützt. Das JSC ist Teil des Forschungszentrums Jülich (FZJ), Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft.

Über die JUPITER AI Factory (JAIF)

Die JUPITER AI Factory (JAIF) ist Teil eines Netzwerks von KI-Fabriken in ganz Europa, das von der EuroHPC JU kofinanziert wird. Im Rahmen dieser Initiative betreut die EuroHPC JU den Aufbau von 19 KI-Fabriken, ergänzt durch 13 KI-Fabrik-Antennen, um die Einführung künstlicher Intelligenz in Start-ups, KMU, der Industrie, der Forschung und im öffentlichen Sektor zu beschleunigen. Basierend auf JUPITER, Europas erstem Exascale-Supercomputer, der von EuroHPC beschafft wurde und vom JSC betrieben wird, bietet JAIF Zugang zu hochmoderner KI-Infrastruktur für Training und Inferenz sowie fachliche Unterstützung, Schulungen und Innovationsangebote, die Organisationen bei der Entwicklung, Skalierung und dem Einsatz von KI-Lösungen unterstützen. Als zentrale Anlaufstelle für KI-Innovation ermöglicht JAIF Anwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Energie, Klima, Fertigung, Finanzen, Bildung, Medien und dem öffentlichen Sektor.

Die JUPITER AI Factory wird vom FZJ koordiniert und vereint die RWTH Aachen University, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT), das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS), hessian.AI sowie AI Factory Antennas in Belgien und Ungarn, um die KI-Innovation und -Anwendung in Europa zu unterstützen.

Förderung

JAIF wird durch das EuroHPC Joint Undertaking (JU) finanziert, mit Kofinanzierung durch die Bundesregierung sowie die Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen. Das Gesamtvolumen der Förderung für die AI Factory beträgt 25 Millionen Euro. Zusätzlich wird das mit JAIF verbundene KI-Inferenzsystem JARVIS mit 30 Millionen Euro durch die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen finanziert.

JUPITER, der „Joint Undertaking Pioneer for Innovative and Transformative Exascale Research“, wird zur Hälfte von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC Joint Undertaking (EuroHPC JU) und zu je einem Viertel vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, vormals BMBF) sowie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) finanziert.

Quelle: https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/pressemitteilungen/2026/jupiter-ai-factory-kooperiert-mit-nvidia-um-startups-and-smes-zu-unterstuetzen