Kategorie: News

  • Lieferkette für Fusionskraftwerke formiert sich

    Lieferkette für Fusionskraftwerke formiert sich

    Fusion kann zum wichtigen Baustein für eine klimaneutrale und zuverlässige Energieversorgung werden. Das birgt enormes Marktpotenzial. Weltweit ist der Wettbewerb um erste kommerzielle Fusionskraftwerke entbrannt, darin hat Deutschland eine sehr gute Startposition. Marktführerschaft wird daraus aber nur, wenn der Aufbau industrieller Prozess- und Lieferketten sowie der Wissensaustausch zwischen Forschung und Industrie sofort beginnen. Dafür bietet der Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0 die passende Plattform. Am 15. und 16. Oktober 2026 bringt er Akteure aus der Industrie, Forschung, Politik, Beratung sowie dem Energie- und Finanzwesen in Aachen zusammen.

    Die Hightech Agenda Deutschland wird konkret – und mit ihr die Forschung und Entwicklung für ein Fusionskraftwerk in Deutschland. Im Mai hat die Bundesregierung eine Roadmap vorgestellt, die den Weg zur kommerziellen Nutzung der Fusion skizziert. Allein in der aktuellen Legislaturperiode steht dafür ein Förderbudget von 2,4 Milliarden Euro bereit. Fusion könne einen zentralen Beitrag zur klimaneutralen, sicheren und grundlastfähigen Energieversorgung leisten, die technologische Souveränität stärken und neue Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Exportpotenziale in Deutschland schaffen, heißt es in der Begründung.

    Mission Fusion nimmt Fahrt auf

    Mit der Roadmap und der Einrichtung von drei Hubs, an denen die Fusionsforschung sich in den nächsten Jahrzehnten konzentrieren und Innovationsökosysteme schaffen soll, nimmt die »Mission Fusion« nun Fahrt auf. Ziel ist es, das Energiesystem vom Kohlenstoffkreislauf zu entkoppeln. Fusionskraftwerke wären eine optimale Ergänzung zur günstigen, aber volatilen Wind- und Solarenergie. Letztere wird in Zukunft das Gros des rasant steigenden globalen Strombedarfs decken. Für eine zuverlässige Versorgung sind jedoch auch konstant liefernde Energieanlagen gefragt. Daher wird das Markpotenzial auf viele hundert Fusionskraftwerke weltweit geschätzt.

    Deutschland kann mit seiner starken photonischen und optischen Industrie, dem etablierten Miteinander von Grundlagen- und angewandter Forschung sowie seiner Fülle an industriellen Innovatoren eine entscheidende Rolle in diesem Zukunftsmarkt übernehmen. Dafür muss der Aufbau tragfähiger Prozess- und Lieferketten für Fusionskraftwerke sofort beginnen. Starke Innovationsökosysteme müssen zusammenfinden, um die Herausforderungen auf dem Weg zum Fusionskraftwerk zu lösen. Es braucht Technologiesprünge in Hochenergie-Lasertechnik und Optik, bei den Reaktormaterialien, neue hochautomatisierte Fertigungsverfahren sowie neue Ansätze für den Tritium-Kreislauf und die Injektion des Fusionsbrennstoffs aus den zwei Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium. All das bedarf hoher und riskanter Investitionen. Um die Risiken zu minimieren und den Entwicklungsaufwand zu refinanzieren, gilt es, Spinoff-Technologien in der Fusionsforschung zu identifizieren und schnellstmöglich in andere Märkte zu transferieren.

    Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0 vernetzt relevante Akteure

    Die zukunftsweisende »Mission Fusion« setzt die intensive Zusammenarbeit von Akteuren aus der Industrie, Forschung und Wissenschaft, aus Politik, Beratung sowie aus der Energie- und Finanzwirtschaft voraus. Der Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0 bietet hierfür am 15. und 16. Oktober 2026 die passende Plattform für den fach- und branchenübergreifenden sowie auch technologieoffenen Wissensaustausch. Es geht ebenso um Magnet- und Laserfusion wie um Ansätze rund um die Werkstoffe und den Fuel-Cycle künftiger Kraftwerke. 

    Quelle: Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

  • Förderbekanntmachung KMU-innovativ: Materialforschung (Mat2KMU) – Impulse für Innovation und Wachstum

    Förderbekanntmachung KMU-innovativ: Materialforschung (Mat2KMU) – Impulse für Innovation und Wachstum

    Eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Einreichungen sind bis zum 15. Oktober möglich.

    Innovative Materialien und Werkstoffe haben in nahezu allen Technologie- und Produktionsbereichen Schlüsselfunktionen. Sie sind entscheidende Voraussetzung, um neue Technologien zu entwickeln, und profitieren zugleich von den Fortschritten in anderen Technologiebereichen – von Kommunikationstechnologien bis zum Werkzeugmaschinenbau, von Sensormaterialien bis zur additiven Fertigung. Hier spielen häufig hochspezialisierte und interdisziplinär vernetzte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit ihrem hohen Umsatz- und Beschäftigungsanteil eine besondere Rolle.

    Mit dieser Fördermaßnahme verfolgt das BMFTR das Ziel, das Innovationspotenzial kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich der Materialforschung zu stärken sowie die Forschungsförderung auf der Grundlage des Fachprogramms „Materialinnovationen für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft“ (Mat2Twin) für KMU attraktiver zu gestalten.

  • Nordrhein-Westfalen-Plan: Landtag beschließt Investitionsoffensive für Künstliche Intelligenz in der Robotik

    Nordrhein-Westfalen-Plan: Landtag beschließt Investitionsoffensive für Künstliche Intelligenz in der Robotik

    Bis zu 100 Millionen Euro für landesweites Projekt KIRO.NRW

    Roboter, die Menschen in ihrem Zuhause oder im öffentlichen Raum, beispielsweise in Bibliotheken und Ämtern, unterstützen. Am Körper getragene Stützstrukturen – sogenannte Exoskelette – die Patientinnen und Patienten nach Operationen helfen, wieder laufen zu lernen. Oder Logistik-Roboter, die den Warenverkehr deutlich verbessern. All das soll bald Alltag werden. Hierfür muss unter anderem erforscht werden, wie Roboter dynamische Umgebungen wahrnehmen, Gelerntes auf neue Situationen übertragen und wie sie sich möglichst einfach und sicher bedienen lassen.

    Mit dem neuen Projekt „Infrastruktur für Forschung und Transfer in KI-basierter Robotik“ (KIRO.NRW) will Nordrhein-Westfalen eine national wie international wettbewerbsfähige Infrastruktur zu Künstlicher Intelligenz in der Robotik aufbauen, um durch Investitionen in Spitzenforschung den Transfer in marktfähige Innovationen zu beschleunigen. Das landesweite Konsortium unter der Koordination der Universität Bonn plant den Projektstart bis Ende 2026.

    Am Mittwoch, 16. September 2026, hat der Landtag die Landesregierung auf Antrag der regierungstragenden Fraktionen beauftragt, den Aufbau der neuen Infrastruktur für KI-basierte Robotik mit bis zu 100 Millionen Euro aus dem „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ zu fördern. Der Nordrhein-Westfalen-Plan ist mit 60 Milliarden Euro das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes. Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes hat am Mittwochabend im Plenum zur Bedeutung des Projekts und der Spitzentechnologie Stellung genommen.

    „Nordrhein-Westfalen hat eine europaweit einzigartige Dichte an leistungsstarken Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag auf Nordrhein-Westfalens Weg zum führenden KI-Land. Als Landesregierung fördern wir konsequent die Zukunftstechnologien – auch um unabhängiger von Staaten zu werden, die unsere Werte nicht teilen. KIRO.NRW ist ein wichtiger Baustein zu mehr technologischer Souveränität. Die beteiligten Einrichtungen werden noch enger zusammenarbeiten, ihre wissenschaftliche Exzellenz und Innovationsstärke weiter ausbauen. Davon profitieren die Menschen unmittelbar, wenn sie etwa präzisere Operationen und robotergestützte Therapien oder effizientere Baustellen erhalten. Ich freue mich daher sehr, dass der Landtag das Projekt unterstützt.“

    Wissenschaftsministerin Ina Brandes

    Die nordrhein-westfälische Hochschul- und Forschungslandschaft ist im Bereich KI-basierte Robotik bereits sehr gut aufgestellt. Unter KIRO.NRW haben sich acht führende Forschungsstandorte zusammengeschlossen. Neben der koordinierenden Universität Bonn sind die RWTH Aachen, TU Dortmund, Universität Bielefeld, Universität Duisburg-Essen, TH Köln, Fraunhofer-Institut IML Dortmund und Fraunhofer-Institut IAIS St. Augustin beteiligt. Konkret geplant ist die Errichtung von vier themengebundenen und standortübergreifend vernetzten Reallaboren: „KI-basierte Servicerobotik in Alltagsumgebungen“, „Produktion und Logistik“, „Medizin/Gesundheit“ sowie „Field Robotics“ (Landwirtschaft und Bauwesen). Mit dem Projekt wird zugleich die Basis gelegt, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, neue Produktionslinien aufzubauen und die Qualifizierung von Fachkräften im Bereich KI und Robotik voranzutreiben.

    Durch den Zusammenschluss der acht Standorte in vier dezentralen Reallaboren ergeben sich viele Vorteile. Beispielsweise wird durch die gemeinsame Bearbeitung von Fragestellungen die Datenmenge erhöht, die für das KI-Training benötigt wird. Zudem entstehen Synergien bei Querschnittsthemen wie der „Mensch-Roboter-Interaktion“. Roboter sollen unter realen Bedingungen mit Menschen interagieren und zunehmend komplexe Aufgaben in veränderlichen Umgebungen übernehmen – etwa in unterschiedlichen Räumen mit unterschiedlicher Möblierung. Sie lernen, auch Aufgaben zu bewältigen, die nicht vorhersehbar sind, also nicht vorab exakt programmiert werden. Die Ergebnisse können standortübergreifend genutzt werden.

    KIRO.NRW ergänzt die Maßnahmen, die der Bund als „KI-Robotik-Booster“ im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) angestoßen hat. Durch die Vernetzung der Forscherinnen und Forscher sind bereits neue Kooperationen entstanden, die zum Beispiel bei der HTAD-Ausschreibung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt für so genannte „Robo-Hubs“ gemeinsam ins Rennen gegangen sind. Robo-Hubs sind groß angelegte, themenzentrierte Transferzentren, die als praxisnahe Brücken zwischen Wissenschaft und Industrie fungieren und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu zukunftsweisenden Technologien ermöglichen sollen. Die fünf Bewerber-Teams aus Nordrhein-Westfalen oder mit NRW-Bezug haben alle eine Verbindung zu KIRO.NRW. Die Entscheidung über die Förderung der Robo-Hub-Konzepte wird der Bund Anfang Oktober bekannt geben.

    Quelle: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

  • Förderbekanntmachung: Industrielle, domänenspezifische KI

    Förderbekanntmachung: Industrielle, domänenspezifische KI

    Förderung von Transfer-Leitprojekten für die Nutzung von KI in industriellen Wertschöpfungsketten

    Künstliche Intelligenz bietet große Potenziale, industrielle Prozesse effizienter zu gestalten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu stärken. Dafür braucht es KI-Systeme, die auf die spezifischen Anforderungen, Daten und Prozesse einzelner Branchen und Anwendungsfelder zugeschnitten sind.

    Mit der Fördermaßnahme „Industrielle, domänenspezifische KI“ unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Transfer-Leitprojekte, die spezialisierte KI-Systeme entwickeln, in industrielle Wertschöpfungsketten integrieren und in realen Einsatzumgebungen erproben. Ziel sind leistungsfähige, verlässliche und praxistaugliche KI-Lösungen, die zur technologischen Souveränität und zur nachhaltigen Steigerung der Wertschöpfung am Standort Deutschland beitragen.

    Die Projektergebnisse sollen über die beteiligten Verbundpartner hinaus Wirkung entfalten. Dafür sollen übertragbare Lösungen und Blaupausen entwickelt werden, die auch von weiteren Unternehmen innerhalb der adressierten Domäne oder in angrenzenden Branchen genutzt werden können.

    Termine

    Projektskizzen können bis zum 1. November 2026 eingereicht werden. 

    Welche Themen werden gefördert?

    Gefördert werden risikoreiche industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben in Form von Verbundprojekten. Die Vorhaben müssen auf reale Anwendungsbedarfe ausgerichtet sein und folgende Schwerpunkte adressieren:

    • Entwicklung oder Anpassung domänenspezifischer KI-Modelle und -Systeme
    • Integration von Fachwissen, Prozesswissen und branchenspezifischen Daten
    • Aufbau von Datenpipelines und Integrationsschichten für industrielle IT-Systeme
    • Überwindung von Datensilos
    • Entwicklung offener Standards und tragfähiger Modelle für den Datenaustausch

    Die Lösungen sollen in einer relevanten industriellen Einsatzumgebung demonstriert werden und einen technologischen Reifegrad von TRL 6 bis 7 erreichen. Im Fokus stehen insbesondere industrielle Fertigung und Maschinenbau, Mobilität und Automobilindustrie, Chemie und Cleantech, Medizintechnik, Agrarwirtschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnik.

    Der Neuheitswert der im Rahmen des Vorhabens zu erarbeitenden Lösung muss eindeutig ersichtlich hervorgehoben werden. Dabei sollen sowohl spezialisierte Sprachmodelle als auch neue KI-Ansätze zur Verarbeitung multimodaler Datenquellen unter Einsatz von Deep Learning, symbolischen Ansätzen und hybriden Modellen erforscht werden.

    Wer wird gefördert?

    Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und weitere forschende Institutionen mit Sitz beziehungsweise Einrichtung in Deutschland.

    Gefördert werden ausschließlich Verbundprojekte mit substanzieller Industriebeteiligung. Die Vorhaben sollen maßgeblich von Unternehmen initiiert und koordiniert werden. Die Verbünde müssen die vertikale KI-Wertschöpfungskette von der methodischen Entwicklung über die technische Integration bis zur Anwendung und Erprobung in realen industriellen Prozessen abdecken. Eine starke Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen ist ausdrücklich erwünscht. Zur Sicherung der Praxisrelevanz ist zudem ein projektbegleitender Beirat aus Wissenschaft und Wirtschaft vorzusehen.

    Wie läuft das Förderverfahren ab?

    Das Antragsverfahren ist zweistufig. In der ersten Stufe reicht der vorgesehene Verbundkoordinator eine gemeinsame, deutschsprachige Projektskizze mit maximal 20 DIN-A4-Seiten über easy-Online ein. Positiv bewertete Verbünde werden anschließend zur Vorlage förmlicher Förderanträge aufgefordert. Eine vorherige Beratung durch den Projektträger wird empfohlen.

    Förderumfang und Laufzeit

    Für die Verbundprojekte wird in der Regel eine Gesamtzuwendung von 10 bis 20 Millionen Euro erwartet. Die erste Förderphase kann bis zu drei Jahre dauern. Nach etwa zwei Projektjahren erfolgt eine Meilensteinevaluierung. Bei positiver Bewertung kann eine zweite Förderphase von bis zu zwei Jahren zur Skalierung und zum weiteren Transfer der Ergebnisse anschließen.

    Was wird nicht gefördert?

    Nicht gefördert werden insbesondere generalistische Sprachmodelle ohne spezifischen Branchenbezug, reine Investitionen in Rechenzentrumshardware, die Entwicklung von KI-Hardware sowie KI-Anwendungen in bereits anderweitig adressierten Bereichen wie Personalwesen, Marketing, Kundenbetreuung, Predictive Maintenance, ziviler Sicherheit und Pflegerobotik.

  • HYNOVY bringt edelmetallfreie Elektroden in die industrielle Erprobung

    HYNOVY bringt edelmetallfreie Elektroden in die industrielle Erprobung

    Das Mülheimer Deep-Tech-Start-up HYNOVY entwickelt edelmetallfreie, energieeffiziente Elektroden für die alkalische Wasserelektrolyse. Die am Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion entwickelte und zum Patent angemeldete Technologie soll dazu beitragen, den Energiebedarf und damit die Kosten der Wasserstoffproduktion zu senken. Der Transfer in die industrielle Anwendung wird durch eine EXIST-Forschungstransfer-Förderung in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro unterstützt.

    Die Anode wurde bereits auf TRL 4 validiert. Für den nächsten Entwicklungsschritt hin zu TRL 6 – von der Validierung im Labor zur Erprobung unter anwendungsnahen Bedingungen – sucht HYNOVY Partner aus Industrie und Forschung.

    Gefragt sind insbesondere Unternehmen und Einrichtungen, die Testumgebungen für Elektroden, Scale-up- oder Fertigungskapazitäten sowie technisches Know-how für die industrielle Validierung einbringen können.

    Interesse an einer Zusammenarbeit?

    www.hynovy.com | contact@hynovy.com

  • Schlüsseltechnologie für photonische Quantum Prozessor Units: Universität Paderborn koordiniert neues Verbundprojekt

    Schlüsseltechnologie für photonische Quantum Prozessor Units: Universität Paderborn koordiniert neues Verbundprojekt

    Quantentechnologien in Deutschland machen enorme Fortschritte, insbesondere im Computing, in der Kommunikation und Sensorik. Die Forschenden und Entwickler*innen stehen jedoch vor vielen technischen sowie geopolitischen Herausforderungen in der Neu- und Weiterentwicklung. Mit der Fördermaßnahme „Enabling Technologies für resiliente F&E-Lieferketten in den Quantentechnologien“ fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) vorwettbewerbliche Verbundprojekte, die sich mit der Neu- und Weiterentwicklung der Grundlagentechnologien für Quantencomputer und Quantensensorik beschäftigen. Unter Koordination der Universität Paderborn startete jetzt das Verbundprojekt „Detector Engineering to Enable Quantum Technology” (DETEQT) und wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund sechs Millionen Euro gefördert.

    Projekt definiert Skalierbarkeit und Interoperabilität neu

    Photonische Quantum Prozessor Units (QPUs) sind unentbehrlich im photonischen Quantencomputing, der Quantenkommunikation und Sensorik. Sie können zwar einen Vorteil gegenüber klassischen Elementen aufweisen, sind allerdings durch ihre Einzelphotonendetektorsysteme in ihrer Funktionalität oft eingeschränkt. Das Projekt „DETEQT“ hat das Ziel, diese Einschränkungen aufzuheben und die QPUs auf Basis von sogenannten Nanodrahteinzelphotonendetektoren (SNSPDs) ganzheitlich weiterzuentwickeln. 

    „Obwohl einzelne SNSPDs separat die strengen Leistungsmerkmale erreichen, photonische QPUs zu ermöglichen, bleibt es eine große Herausforderung, diese Leistung integriert in der QPU zu erhalten, und zwar auf der benötigten Skala. Aktuell stoßen photonische QPUs deswegen an klare Grenzen, sei es durch die begrenzte Detektor-Ausbeute, die kryogene Wärmebelastung, die verlustarme Integration mit anderen Bauteilen oder die mangelnde Photonenzahlauflösung, kurz PNR. Mit unserem Projekt wollen wir diese technischen Hürden ganzheitlich überwinden und das Problem der mangelhaften Interoperabilität lösen. So schaffen wir die Voraussetzung für eine praxistaugliche Integration“, erklärt Prof. Dr. Tim Bartley, Koordinator des Verbundprojekts und Gruppenleiter am Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) und dem Department Physik der Universität Paderborn. 

    Starkes Konsortium aus Wissenschaft und Wirtschaft

    Gemeinsam entwickeln und forschen in diesem Projekt die Universität Paderborn, die Technische Universität München, die Universität Heidelberg, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, die Swabian Instruments GmbH, die Munich Quantum Instruments GmbH, das Leibniz-Institut für Photonische Technologien, die Single Quantum Germany GmbH, die Universität Münster, die Pixel Photonics GmbH, die Quandela GmbH und der assoziierte Partner attocube systems GmbH.

    Zeitgleich startet auch das Cluster „Photonische Systemtechnik“ welches insgesamt sieben Verbundprojekte der Förderlinie umfasst und ebenfalls von der Universität Paderborn, unter Leitung von Prof. Bartley, koordiniert wird. Das Cluster repräsentiert die gebündelte Kraft von Forschungsinstituten, Universitäten, Start-ups und dem Mittelstand unter einer Dachmarke. Dieses Netzwerk steht für die strategische Bedeutung der Photonik als „Enabling Technology“ der Quantenforschung, das nicht nur den Wissenstransfer zwischen den Verbundprojekten fördern, sondern auch Brücken zu anderen Projekten im Bereich Quantentechnologie in Deutschland schlagen möchte.

    Kontakt

    Prof. Dr. Tim Bartley

    Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS)

    Mehr zur Person

  • Quantensysteme – pitzentechnologie entwickeln. Zukunft gestalten.

    Quantensysteme – pitzentechnologie entwickeln. Zukunft gestalten.

    Forschungsförderung des BMFTR

    Das Bundesministerium für Bildung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert Forschungsprojekte in den Quantensystemen. Außerdem unterstützt es die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in diesem Forschungsfeld. Denn quantentechnologische und photonische Lösungen haben das Potenzial, uns bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen maßgeblich zu helfen.

    Mehr erfahren

    Wichtiger Hinweis zu bevorstehenden Einreichungsfristen

    Aufgrund einer Neuausrichtung der Förderaktivitäten im Bereich der Quantentechnologien werden die für 2026 vorgesehenen nächsten Einreichungsfristen bzw. -stichtage für drei Fördermaßnahmen nicht durchgeführt.

    Dies betrifft:

    Bitte beachten Sie, dass bereits ausgewählte Vorhaben von diesen Änderungen nicht betroffen sind.

    Weitere Informationen zu den einzelnen Fördermaßnahmen finden Sie auf den jeweiligen Maßnahmenseiten.

  • Angebot für Forschungstalente im Ausland: Neue Förderrunde des Rückkehrprogramms gestartet

    Angebot für Forschungstalente im Ausland: Neue Förderrunde des Rückkehrprogramms gestartet

    Drei Forschende erhalten insgesamt 3,75 Millionen Euro für den Aufbau eigener Nachwuchsgruppen / Fokus auf Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität und vertrauenswürdige Informationsinfrastrukturen

    Hochqualifizierten Forschungstalenten, die derzeit im Ausland arbeiten, bietet das Rückkehrprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, ihre wissenschaftliche Karriere in Nordrhein-Westfalen fortzusetzen. In der neuen Förderrunde können sich Forscherinnen oder Forscher bewerben, die zwischen zwei und sechs Jahren promoviert sind und bereits in Deutschland gearbeitet haben. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die Forschungsthemen Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität und vertrauenswürdige Informationsinfrastrukturen. Dafür stellt das Land insgesamt 3,75 Millionen Euro zur Verfügung.

    „Der Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen bietet mit einer europaweit einmaligen Dichte an Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Forschungseinrichtungen exzellente Karrieremöglichkeiten für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit dem Rückkehrprogramm für herausragende Forscherinnen und Forscher, die zurzeit im Ausland arbeiten, bieten wir Post-docs die Möglichkeit, sich mit einer eigenen Forschungsgruppe an einer Hochschule in Nordrhein-Westfalen zu einer wissenschaftlichen Führungspersönlichkeit weiterzuentwickeln.“

    Wissenschaftsministerin Ina Brandes

    Die drei ausgewählten Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler werden über einen Zeitraum von fünf Jahren beim Aufbau einer eigenen Nachwuchsgruppe an einer Universität in Nordrhein-Westfalen unterstützt – jeweils mit bis zu 1,25 Millionen Euro. Bewerbungen sind bis zum 8. Januar 2027 möglich.

    Das Rückkehrprogramm gibt es in dieser Form nur in Nordrhein-Westfalen. Seit der ersten Ausschreibung im Jahr 2007 sind bereits 65 herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Die meisten von ihnen forschen und lehren heute an einer nordrhein-westfälischen Universität. Damit trägt das Programm nachhaltig dazu bei, internationale wissenschaftliche Expertise für Nordrhein-Westfalen zu gewinnen und den Wissenschaftsstandort zu stärken.


    Weitere Informationen finden Sie unter www.rueckkehrprogramm.nrw.de 

    Quelle: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

  • Neue GreenTech-Leitmesse im Rheinischen Revier

    Neue GreenTech-Leitmesse im Rheinischen Revier

    Ob auf der Baustelle, in der Fabrik oder beim Recycling von Rohstoffen: GreenTech verändert schon heute, wie in Nordrhein-Westfalen gebaut und produziert wird. Grüne Technologien schützen nicht nur das Klima, sie sind auch ein handfester Wirtschaftsfaktor. Mit einer neuen Leitmesse für GreenTech-Innovationen eröffnet Nordrhein-Westfalen Gründerinnen und Gründern ab 2027 neue Chancen. Wirtschaftsstaatssekretär Paul Höller überreichte dafür am Donnerstag, 10. September 2026, beim Future Tech Fest auf dem Areal Böhler in Meerbusch gemeinsam mit der Präsidentin des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Dr. Mandy Pastohr, den Förderbescheid über 5,2 Millionen Euro an die Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland GmbH.  Die Mittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen des Bundes.  

    Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „GreenTech ist keine Nische, GreenTech ist die Zukunft unserer Wirtschaft. Wer heute in diese Technologien investiert, macht uns morgen unabhängiger – von Rohstoffimporten, von Lieferketten am anderen Ende der Welt. Und das schafft nicht irgendwelche Arbeitsplätze, sondern gute Arbeitsplätze, die bleiben. Mit der Gründungsmesse holen wir die klügsten Köpfe der Welt ins Rheinische Revier – genau dorthin, wo der Strukturwandel gerade Wirklichkeit wird.“

    Die Messe soll das NRW Start-up Ökosystem weiter vorantreiben und die Innovationskraft der Start-ups gezielt für die Bewältigung der großen klimaschutz- und strukturpolitischen Herausforderungen mobilisieren. 

    Die Gründungsmesse findet zum ersten Mal am 9. September 2027 auf dem Areal Böhler in Meerbusch statt. Hier können sich Industrieunternehmen und mittelständische Unternehmen mit innovativen Start-ups zu wichtigen Zukunftsthemen austauschen und in einem globalen Netzwerk von Innovatorinnen und Innovatoren Kooperationschancen entwickeln. GreenTech trägt nicht nur zur nachhaltigen Transformation bei, sondern kann Prozesse auch effizienter machen, Ressourcen sparen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Damit wird gleichzeitig ein entscheidender Beitrag zur langfristigen Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze geleistet – im Rheinischen Reviers als Kompetenzregion für Klimaanpassung und technologische, nachhaltige Innovationen.

    Bund und Land unterstützen den Strukturwandel des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung aus Bundesmitteln mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 818 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,33 Milliarden Euro bewilligt.

    Quelle: Land Nordrhein-Westfalen

  • Transport und Logistik: smart, automatisiert, robotisch unterstützt

    Transport und Logistik: smart, automatisiert, robotisch unterstützt

    DLR auf der IAA Transportation 2026

    • Das DLR zeigt auf der IAA Transportation 2026, wie KI, Automatisierung, Robotik und digitale Technologien Transport und Logistik weiterentwickeln können.
    • Im Projekt IMoGer verbindet das DLR autonome Fahrzeuge mit einem modularen Konzept für den flexiblen Transport von Personen und Gütern.
    • Sichere KI, robotische Systeme und virtuelle Entwicklungsumgebungen unterstützen dabei, Logistikprozesse effizienter, robuster und praxisnäher zu gestalten.
    • Schwerpunkte: Verkehr, Mobilität der Zukunft, Digitalisierung, autonomes Fahren, KI, Robotik

    Auf der internationalen Messe für Logistik, Nutzfahrzeuge und den Transportsektor IAA Transportation in Hannover gibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 15. bis 20. September 2026 einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte. Im Mittelpunkt des DLR-Stands (Halle 13, C56) stehen robotisch unterstützte, ganzheitliche und modulare Lösungen für Transport und Logistik. Diese entwickelt und testet das DLR gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und dem öffentlichen Bereich.

    IMoGer: autonom, modular und smart

    Im Projekt IMoGer (Innovative modulare Mobilität Made in Germany) entwickelt und testet das DLR ein in seiner Vielseitigkeit und Praxisnähe einzigartiges Mobilitätsangebot: Es kombiniert den autonomen, flexiblen und bedarfsorientierten Transport von Personen und Gütern auf kurzen und mittleren Strecken. Darunter versteht man etwa den Weg vom Bahnhof oder der Haltestelle nach Hause oder den letzten Teil der Transportkette vom Logistikzentrum zum innenstädtischen Verteilzentrum. IMoGer unterstützt den Markthochlauf des autonomen Fahrens in Deutschland und der damit verbundenen Technologien, Innovationen und Services. Im zweiten Halbjahr 2027 ist ein Erprobungsbetrieb in einem Stadtteil von Braunschweig geplant. Dazu wird eine kleine Flotte von ebenfalls am DLR entwickelten U-Shift-Fahrzeugen unterwegs sein. Diese Fahrzeuge bestehen aus einem elektrisch angetriebenen, autonom fahrenden u-förmigen Driveboard. Je nach Aufgabe befördert es eine Kapsel für den Transport von Personen oder Gütern. Mit IMoGer wird erstmals ein mittelschweres autonomes Nutzfahrzeug autonom im städtischen Bereich auf öffentlichen Straßen unterwegs sein, das für maximale Wirtschaftlichkeit die Synergiepotenziale zwischen Personen- und Güterverkehr nutzt. Auf der IAA Transportation stellt das DLR ein U-Shift-Driveboard und eine Cargo-Kapsel aus. Ein Screen-Exponat erläutert das Gesamtprojekt und die Vorbereitungen für den IMoGer-Erprobungsbetrieb: Es thematisiert zum Beispiel die Zulassung und Einbindung in Betriebsprozesse und Systeme der Partner aus dem Logistikbereich und dem öffentlichen Nahverkehr. Das Bundesministerium für Verkehr fördert IMoGer mit rund 35 Millionen Euro.

    Sichere KI unterstützt Mensch-Technik-Kooperation in der Logistik

    Anhand eines Demonstrators zeigt das DLR auf seinem Messestand, wie Mensch und Maschine mit künstlicher Intelligenz (KI) jederzeit sicher und präzise zusammenarbeiten können. Diese Technologie kann in der Logistik oder industriellen Fertigung eingesetzt werden und dort die Effizienz erheblich steigern. Beim Exponat erhält ein intelligenter Roboter-Greifarm Anweisungen vom Menschen, um ein Modell des U-Shift-Fahrzeugs zu be- und entladen. Im Fokus der DLR-Forschungsarbeiten steht die Betriebssicherheit der eingesetzten KI. Ein separater Monitor veranschaulicht, wie sie „denkt“: Aus der Perspektive der KI ist die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, etwa das Übergeben von Paketen, Bauteilen oder Werkzeugen, ein potenziell risikoreicher Prozess. Denn vor allem das Verhalten des Menschen ist für sie schwer vorhersehbar. Dem begegnet die KI mit möglichst robusten Sicherheitsfunktionen und einer allgemein hohen Betriebssicherheit des gesamten Prozesses. So sind Nutzende und verladene Güter jederzeit abgesichert.

    Entwicklung und Test von KI für robotische Anwendungen in Industrie und Logistik

    Das DLR arbeitet an einer Plattform, um KI-basierte Anwendungen in einem industriellen Maßstab zu entwickeln und testen. Diese KI-Anwendungen sollen wiederum die Entwicklung robotischer Systeme beschleunigen, um beispielsweise Lieferketten zu automatisieren. Dazu entsteht auf Basis von digitalen Zwillingen eine Arbeitsumgebung, die industrielle Aufgabenstellungen realitätsgetreu abbildet. Je nach Bedarf verschmelzen dafür reale und digitale Ebenen zu einer interaktiven und immersiven Welt. Besuchende des DLR-Stands können die Plattform und einen beispielhaften Anwendungsfall mit einer VR-Brille erkunden. Das Ziel dieser Anwendung ist, die Leistung und Resilienz von Prozessschritten in der Logistik durch den Einsatz von lernenden Systemen zu steigern, die Interaktion zwischen Mensch und KI-Roboter abzusichern und die Cyber-Sicherheit zu erhöhen.

    Digitale Technologien für die Mobilität der Zukunft

    Das interaktive Exponat Smart Sphere präsentiert ausgewählte Forschungsbereiche des DLR und zeigt, wie digitale Technologien die Mobilität von morgen verändern können. Zu den dargestellten Szenarien gehören zum Beispiel software-definierter Straßenverkehr, das virtuelle Testen von autonomen Fahrzeugfunktionen für eine schnellere Zulassung oder die Unterstützung des autonomen Fahrens durch smarte Infrastruktur.

    Quelle: DLR