Fraunhofer IML gewinnt Deutschen Verpackungspreis 2026 mit KI-gestützter Optimierungssoftware CASTN
Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis 2026 in der Kategorie Digitalisierung ausgezeichnet. Mit der Software CASTN (Carton Set Optimization) setzte sich das Institut unter mehr als 200 Einreichungen aus 17 Ländern durch und überzeugte die unabhängige Fachjury mit einem wissenschaftlich fundierten Ansatz zur Leerraumminimierung im E-Commerce.
Zu große Kartons – ein bekanntes Problem mit smarter Lösung
Wer online bestellt, kennt das Bild: Kleine Produkte landen in überdimensionierten Kartons, gefüllt mit Luft oder Füllmaterial. Genau hier setzt CASTN an. Die Software berechnet mithilfe Künstlicher Intelligenz ein individuell abgestimmtes Versandkartonset – basierend auf realen Auftrags- und Produktdaten statt auf Erfahrungswerten oder manuellen Schätzungen.
Die Jury würdigte insbesondere die intelligente Verbindung von Künstlicher Intelligenz, mathematischer Optimierung und logistischer Anwendungsorientierung, durch die CASTN einen messbaren ökologischen und wirtschaftlichen Mehrwert schafft. Dabei lassen sich logistische Rahmenbedingungen wie Verpackungsmaschinen, Fördertechnik und Anforderungen von Logistikdienstleistern direkt in die Berechnung einbeziehen. Das Ergebnis: weniger Leerraum, weniger Füllmaterial, optimierte Frachtkosten und ein messbarer Beitrag zu einer nachhaltigeren Logistik.
Von der Forschung in die industrielle Anwendung
Für das Leistungszentrum Logistik und IT, an dem das des Fraunhofer IML wesentlich beteiligt ist, ist CASTN ein Paradebeispiel für erfolgreichen Wissenstransfer: Nach der Anschubförderung am Leistungszentrum und der Förderung durch die Fraunhofer Zukunftsstiftung (2024 – 2025) ist CASTN heute eine preisgekrönte Software, die unmittelbar in der industriellen Praxis einsetzbar ist.
Die feierliche Preisverleihung findet am 19. November 2026 in Berlin statt.
Zum Projekt
CASTN ist eine Optimierungssoftware, die Versandhändlern dabei hilft, das für sie ideale Kartonset zu ermitteln. Auf Basis von Artikel- und Bestelldaten sowie aktuell genutzten Kartongrößen berechnet die Software den optimalen Kompromiss zwischen Kartonvielfalt und maximaler Volumenauslastung. Kundenindividuelle Parameter – etwa Gewichtsrestriktionen, Mindest- und Maximalgrößen oder fest vorgegebene Kartontypen – können flexibel einbezogen werden. Von den Ergebnissen profitieren E-Commerce-Unternehmen, Logistikdienstleister, Verpackungshändler sowie Hersteller von Verpackungsmaschinen und Logistikanlagen gleichermaßen.
Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

