Kategorie: Laufband

  • Neue GreenTech-Leitmesse im Rheinischen Revier

    Neue GreenTech-Leitmesse im Rheinischen Revier

    Ob auf der Baustelle, in der Fabrik oder beim Recycling von Rohstoffen: GreenTech verändert schon heute, wie in Nordrhein-Westfalen gebaut und produziert wird. Grüne Technologien schützen nicht nur das Klima, sie sind auch ein handfester Wirtschaftsfaktor. Mit einer neuen Leitmesse für GreenTech-Innovationen eröffnet Nordrhein-Westfalen Gründerinnen und Gründern ab 2027 neue Chancen. Wirtschaftsstaatssekretär Paul Höller überreichte dafür am Donnerstag, 10. September 2026, beim Future Tech Fest auf dem Areal Böhler in Meerbusch gemeinsam mit der Präsidentin des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Dr. Mandy Pastohr, den Förderbescheid über 5,2 Millionen Euro an die Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland GmbH.  Die Mittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen des Bundes.  

    Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „GreenTech ist keine Nische, GreenTech ist die Zukunft unserer Wirtschaft. Wer heute in diese Technologien investiert, macht uns morgen unabhängiger – von Rohstoffimporten, von Lieferketten am anderen Ende der Welt. Und das schafft nicht irgendwelche Arbeitsplätze, sondern gute Arbeitsplätze, die bleiben. Mit der Gründungsmesse holen wir die klügsten Köpfe der Welt ins Rheinische Revier – genau dorthin, wo der Strukturwandel gerade Wirklichkeit wird.“

    Die Messe soll das NRW Start-up Ökosystem weiter vorantreiben und die Innovationskraft der Start-ups gezielt für die Bewältigung der großen klimaschutz- und strukturpolitischen Herausforderungen mobilisieren. 

    Die Gründungsmesse findet zum ersten Mal am 9. September 2027 auf dem Areal Böhler in Meerbusch statt. Hier können sich Industrieunternehmen und mittelständische Unternehmen mit innovativen Start-ups zu wichtigen Zukunftsthemen austauschen und in einem globalen Netzwerk von Innovatorinnen und Innovatoren Kooperationschancen entwickeln. GreenTech trägt nicht nur zur nachhaltigen Transformation bei, sondern kann Prozesse auch effizienter machen, Ressourcen sparen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Damit wird gleichzeitig ein entscheidender Beitrag zur langfristigen Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze geleistet – im Rheinischen Reviers als Kompetenzregion für Klimaanpassung und technologische, nachhaltige Innovationen.

    Bund und Land unterstützen den Strukturwandel des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung aus Bundesmitteln mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 818 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,33 Milliarden Euro bewilligt.

    Quelle: Land Nordrhein-Westfalen

  • Transport und Logistik: smart, automatisiert, robotisch unterstützt

    Transport und Logistik: smart, automatisiert, robotisch unterstützt

    DLR auf der IAA Transportation 2026

    • Das DLR zeigt auf der IAA Transportation 2026, wie KI, Automatisierung, Robotik und digitale Technologien Transport und Logistik weiterentwickeln können.
    • Im Projekt IMoGer verbindet das DLR autonome Fahrzeuge mit einem modularen Konzept für den flexiblen Transport von Personen und Gütern.
    • Sichere KI, robotische Systeme und virtuelle Entwicklungsumgebungen unterstützen dabei, Logistikprozesse effizienter, robuster und praxisnäher zu gestalten.
    • Schwerpunkte: Verkehr, Mobilität der Zukunft, Digitalisierung, autonomes Fahren, KI, Robotik

    Auf der internationalen Messe für Logistik, Nutzfahrzeuge und den Transportsektor IAA Transportation in Hannover gibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 15. bis 20. September 2026 einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte. Im Mittelpunkt des DLR-Stands (Halle 13, C56) stehen robotisch unterstützte, ganzheitliche und modulare Lösungen für Transport und Logistik. Diese entwickelt und testet das DLR gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und dem öffentlichen Bereich.

    IMoGer: autonom, modular und smart

    Im Projekt IMoGer (Innovative modulare Mobilität Made in Germany) entwickelt und testet das DLR ein in seiner Vielseitigkeit und Praxisnähe einzigartiges Mobilitätsangebot: Es kombiniert den autonomen, flexiblen und bedarfsorientierten Transport von Personen und Gütern auf kurzen und mittleren Strecken. Darunter versteht man etwa den Weg vom Bahnhof oder der Haltestelle nach Hause oder den letzten Teil der Transportkette vom Logistikzentrum zum innenstädtischen Verteilzentrum. IMoGer unterstützt den Markthochlauf des autonomen Fahrens in Deutschland und der damit verbundenen Technologien, Innovationen und Services. Im zweiten Halbjahr 2027 ist ein Erprobungsbetrieb in einem Stadtteil von Braunschweig geplant. Dazu wird eine kleine Flotte von ebenfalls am DLR entwickelten U-Shift-Fahrzeugen unterwegs sein. Diese Fahrzeuge bestehen aus einem elektrisch angetriebenen, autonom fahrenden u-förmigen Driveboard. Je nach Aufgabe befördert es eine Kapsel für den Transport von Personen oder Gütern. Mit IMoGer wird erstmals ein mittelschweres autonomes Nutzfahrzeug autonom im städtischen Bereich auf öffentlichen Straßen unterwegs sein, das für maximale Wirtschaftlichkeit die Synergiepotenziale zwischen Personen- und Güterverkehr nutzt. Auf der IAA Transportation stellt das DLR ein U-Shift-Driveboard und eine Cargo-Kapsel aus. Ein Screen-Exponat erläutert das Gesamtprojekt und die Vorbereitungen für den IMoGer-Erprobungsbetrieb: Es thematisiert zum Beispiel die Zulassung und Einbindung in Betriebsprozesse und Systeme der Partner aus dem Logistikbereich und dem öffentlichen Nahverkehr. Das Bundesministerium für Verkehr fördert IMoGer mit rund 35 Millionen Euro.

    Sichere KI unterstützt Mensch-Technik-Kooperation in der Logistik

    Anhand eines Demonstrators zeigt das DLR auf seinem Messestand, wie Mensch und Maschine mit künstlicher Intelligenz (KI) jederzeit sicher und präzise zusammenarbeiten können. Diese Technologie kann in der Logistik oder industriellen Fertigung eingesetzt werden und dort die Effizienz erheblich steigern. Beim Exponat erhält ein intelligenter Roboter-Greifarm Anweisungen vom Menschen, um ein Modell des U-Shift-Fahrzeugs zu be- und entladen. Im Fokus der DLR-Forschungsarbeiten steht die Betriebssicherheit der eingesetzten KI. Ein separater Monitor veranschaulicht, wie sie „denkt“: Aus der Perspektive der KI ist die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, etwa das Übergeben von Paketen, Bauteilen oder Werkzeugen, ein potenziell risikoreicher Prozess. Denn vor allem das Verhalten des Menschen ist für sie schwer vorhersehbar. Dem begegnet die KI mit möglichst robusten Sicherheitsfunktionen und einer allgemein hohen Betriebssicherheit des gesamten Prozesses. So sind Nutzende und verladene Güter jederzeit abgesichert.

    Entwicklung und Test von KI für robotische Anwendungen in Industrie und Logistik

    Das DLR arbeitet an einer Plattform, um KI-basierte Anwendungen in einem industriellen Maßstab zu entwickeln und testen. Diese KI-Anwendungen sollen wiederum die Entwicklung robotischer Systeme beschleunigen, um beispielsweise Lieferketten zu automatisieren. Dazu entsteht auf Basis von digitalen Zwillingen eine Arbeitsumgebung, die industrielle Aufgabenstellungen realitätsgetreu abbildet. Je nach Bedarf verschmelzen dafür reale und digitale Ebenen zu einer interaktiven und immersiven Welt. Besuchende des DLR-Stands können die Plattform und einen beispielhaften Anwendungsfall mit einer VR-Brille erkunden. Das Ziel dieser Anwendung ist, die Leistung und Resilienz von Prozessschritten in der Logistik durch den Einsatz von lernenden Systemen zu steigern, die Interaktion zwischen Mensch und KI-Roboter abzusichern und die Cyber-Sicherheit zu erhöhen.

    Digitale Technologien für die Mobilität der Zukunft

    Das interaktive Exponat Smart Sphere präsentiert ausgewählte Forschungsbereiche des DLR und zeigt, wie digitale Technologien die Mobilität von morgen verändern können. Zu den dargestellten Szenarien gehören zum Beispiel software-definierter Straßenverkehr, das virtuelle Testen von autonomen Fahrzeugfunktionen für eine schnellere Zulassung oder die Unterstützung des autonomen Fahrens durch smarte Infrastruktur.

    Quelle: DLR

  • Kreislauffähige Fahrzeugkomponenten: Universität Paderborn beteiligt sich an neuem Projekt zu „Circular Economy“

    Kreislauffähige Fahrzeugkomponenten: Universität Paderborn beteiligt sich an neuem Projekt zu „Circular Economy“

    Vom Autoscheinwerfer zur Ressource von morgen: Wie können Fahrzeugkomponenten und andere Industriegüter so konzipiert werden, dass sie kreislauffähig sind? Dieser Frage geht die Universität Paderborn im neuen Forschungsprojekt KOLLEKT[1] zusammen mit dem Verbundkoordinator FORVIA HELLA sowie weiteren Partner*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft nach. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „CircularGlowUp“ mit einer Gesamtstumme von rund 4,3 Millionen Euro gefördert und durch den Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Gesamtziel ist die Entwicklung kreislaufgerechter Produktkonzepte mit einer Gestaltung, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt ist. 

    Grundlage sind die vier R-Strategien „Repair“ (Reparatur), „Re-Use“ (Wiederverwendung), „Remanufacture“ (Wiederaufbereitung) und „Recycle“ (stoffliche Verwertung). Im Zentrum der Forschungsarbeiten steht eine flexible Demontagezelle, in der Industrieroboter Scheinwerfer weitgehend automatisiert zerlegen. Forschende der Fachgruppe „Regelungstechnik und Mechatronik“ erarbeiten unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ansgar Trächtler am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn dafür einen digitalen Produktzwilling, der vorhandenes Produktwissen mit live erfassten Sensordaten zusammenführt. Parallel wird ein KI-gestütztes Prozessmodell entwickelt, das den Ablauf während der roboterbasierten Demontage fortlaufend anpasst und aus jedem Durchlauf lernt. Ziel ist ein robuster Prozess, der auch abgenutzte oder verschmutzte Scheinwerferkomponenten möglichst sortenrein trennt und so die R-Strategien unterstützt.

    „Ein Scheinwerfer ist heute darauf ausgelegt, effizient zusammengebaut, aber nicht wieder auseinandergenommen zu werden. Im Verbundprojekt KOLLEKT erreichen wir die Kreislauffähigkeit durch zwei innovative Ansätze: zum einen mit einer Anlage, die auch schwierig zerlegbare Scheinwerfer demontieren kann, und zum anderen mit neuartigen Scheinwerferkonzepten, die von Anfang an für die automatisierte Demontage konstruiert sind“, erklärt Prof. Trächtler.

    Die Fachgruppe „Nachhaltige Industrialisierung und widerstandsfähige Infrastruktur“ unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Alexander Schlüter, ebenfalls von der Universität Paderborn, analysiert zudem die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der Entwicklungen und erarbeitet ingenieurtechnische Optimierungsvorschläge zur Verbesserung der Stoff- und Energieströme. Abschließend überträgt die Gruppe die Ergebnisse auf andere Branchen, um so einen möglichst großen Effekt zu erzielen. „Kreislaufwirtschaft muss sich rechnen, sonst bleibt sie Theorie. Wir bewerten deshalb von Beginn an, welche ökologischen und ökonomischen Effekte die einzelnen Strategien wirklich haben und was sich davon auf andere Branchen übertragen lässt“, ergänzt Prof. Schlüter.

    Die Zusammenarbeit knüpft an eine langjährige Verbindung an: Beide Professoren wirken am „L-LAB“, einem Forschungsinstitut für automobile Lichttechnik und Mechatronik, mit. Das Institut wird als „Public Private Partnership“ von FORVIA HELLA, der Universität Paderborn und der Hochschule Hamm-Lippstadt getragen. Prof. Trächtler gehört dem Vorstand an, Prof. Schlüter dem wissenschaftlichen Beirat. Mit KOLLEKT wird diese Partnerschaft weiter vertieft. Inhaltlich baut KOLLEKT auf dem im vergangenen Jahr abgeschlossenen Vorgängerprojekt NALYSES („Nachhaltigkeitsoptimiertes Life Cycle Assessment technologisch hochkomplexer mechatronischer Produkte“) auf, das nachhaltige Produktgestaltung, Materialstrategien und die Nutzungsphase von Produkten untersucht hat, und entwickelt daraus eine übergreifende zirkuläre Wertschöpfung.

    Neben der Universität Paderborn und dem Verbundkoordinator FORVIA HELLA wirken BMW, Covestro, Geba, das Fraunhofer IEM, das Fraunhofer UMSICHT, die Hochschule Hamm-Lippstadt, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und SW Maschinenservice als Partner*innen am Projekt KOLLEKT mit. 

    Quelle: Universität Paderborn

  • RE-Chain-Studie zeigt die Machbarkeit resilienter Energielieferketten für die Rhein-Ruhr-Region

    RE-Chain-Studie zeigt die Machbarkeit resilienter Energielieferketten für die Rhein-Ruhr-Region

    Der Import von grünem Wasserstoff über internationale Lieferketten von Übersee nach Nordrhein-Westfalen ist technisch umsetzbar, perspektivisch wettbewerbsfähig und logistisch realisierbar. Das zeigt die RE-Chain-Studie (»Aufbau resilienter Energielieferketten«) des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Auftraggeber der Studie sind der Hafen von Amsterdam und die Duisburger Hafen AG (duisport).

    Ziel der Untersuchung war eine Bewertung zukünftiger Wasserstofflieferketten – von Produktionsstandorten in Übersee über Seehäfen und Binneninfrastruktur bis hin zu industriellen Abnehmern in der Rhein-Ruhr-Region. Im Fokus standen flüssiger Wasserstoff (LH₂) und flüssige organische Wasserstoffträger (LOHC).

    Zwei Transportpfade – beide technisch realisierbar

    Untersucht wurden Importkorridore aus Bilbao (Spanien) und Duqm (Oman). Neben Produktionskosten für grünen Wasserstoff analysierten die Forschenden die gesamte Wertschöpfungskette. Dazu zählen die Verflüssigung bzw. chemische Bindung, der Seetransport sowie die Speicherung, Verteilung und Rückumwandlung im Binnenland. »Alle notwendigen Schlüsseltechnologien für beide Transportoptionen (LH2 und LOHC) wurden bereits in internationalen Projekten erfolgreich demonstriert«, erklärt Dr.-Ing. Matthias Lehmkühler von Fraunhofer UMSICHT. »Entscheidend ist nun die Geschwindigkeit der Skalierung für den großtechnischen Einsatz.«

    Kostenperspektive: Importlösung langfristig wettbewerbsfähig

    Die Produktionskosten von grünem Wasserstoff wurden auf Basis von Literaturwerten für die beiden Importkorridore angenommen. Zusätzliche Kosten für Speicherung, Transport sowie Verflüssigung und chemische Bindung wurden auf Basis veröffentlichter Kennzahlen ermittelt. Hieraus leiten sich für das Jahr 2030 Wasserstoffpreise von 7,5 bis 8,5 Euro pro Kilogramm am Standort Duisburg ab. Bis 2050 könnten diese auf 3,5 bis 6,5 Euro pro Kilogramm sinken. Damit liegen sie 30 bis 50 Prozent unter den Kosten einer inländischen Produktion.

    Auch für die Transportkosten ist eine positive Entwicklung zu erwarten:

    • LOHC: perspektivisch etwa 3,0 €/kg
    • LH₂: perspektivisch etwa 2,5 €/kg (jeweils ohne Produktionskosten)


    Resilienz durch Technologiediversität und Infrastruktur

    Ein weiteres Ergebnis der Studie: Keine der beiden Transportoptionen dominiert klar – ein Vorteil für die Versorgungssicherheit.

    • LH₂ bietet hohe Reinheit und Dichte, erfordert jedoch spezialisierte kryogene Infrastruktur.
    • LOHC nutzt bestehende Tanklager und Transportmittel, benötigt jedoch energieintensive Rückumwandlung.

    Die Transportalternativen erhöhen die Flexibilität und reduzieren Abhängigkeiten von einzelnen Technologien oder Regionen. Zusätzlich stärkt die viermodale Anbindung des Korridors die Resilienz: Binnenschiff, Schiene, Lkw und künftige Pipelines (u. a. GET H2 und Delta-Rhein-Korridor) ermöglichen redundante Transportwege – wichtig bei temporären Ausfällen einzelner Verkehrsträger.

    Infrastruktur im Aufbau – Nachfrage bleibt entscheidend

    Es wird erwartet, dass der Wasserstoffbedarf in der Rhein-Ruhr-Region im Jahr 2030 auf 870 bis 1170 Kilotonnen sowie für 2045 auf 3870 bis 5370 Kilotonnen ansteigt. Mit einer prognostizierten Importquote von über 90 % für das Jahr 2045 kommt dem Infrastrukturaufbau hierfür eine besonders hohe Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund treiben sowohl der Hafen von Amsterdam als auch duisport den Aufbau von Wasserstoffterminals, Speichern und Verteilnetzen voran und stoßen damit die notwendigen Entwicklungen an. In Amsterdam ist der Start für 2030 mit anfänglichen Importmengen von 50 bis 200 Kilotonnen pro Jahr geplant. Bis 2045 lässt sich das Volumen auf bis zu 1 Million Tonnen jährlich skalieren. Die Studie zeigt jedoch auch eine Diskrepanz auf: »Die Infrastrukturentwicklung ist auf einem guten Weg. Gleichzeitig zeigen viele industrielle Abnehmer aber noch Zurückhaltung – vor allem aufgrund von Kosten, Komplexität und wahrgenommener Unsicherheit«, so Dr.-Ing. Sebastian Stießel von Fraunhofer UMSICHT.

    Markthochlauf erfordert Kooperation und politische Unterstützung

    Die größte Herausforderung ist laut Studie nicht mehr die Technik, sondern die Marktaktivierung. Entscheidend sind verlässliche Abnahmeverträge und klare Investitionssignale entlang der gesamten Lieferkette. »Der Hochlauf gelingt nur durch enge Zusammenarbeit aller Akteure – von Produzenten über Logistikunternehmen bis hin zu industriellen Abnehmern«, betont Lars Paschke.

    Zudem seien gezielte politische Maßnahmen notwendig, darunter:

    • Differenzverträge (Carbon Contracts for Difference)
    • Wasserstoffauktionen
    • Betriebsförderungen (OPEX-Zuschüsse, d. h. Zuschüsse zu laufenden Betriebskosten)
    • Regulatorische Klarheit und Leitmärkte

    Diese Instrumente könnten die Kostenlücke in der Übergangsphase schließen und Investitionen beschleunigen.

    Fazit

    Die RE-Chain-Studie zeigt: Eine resiliente Lieferkette über den Korridor Spanien/Oman – Amsterdam – Duisburg ist realistisch und skalierbar. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markthochlauf sind gegeben. Entscheidend ist nun, die Nachfrage zu aktivieren.

    FÖRDERHINWEIS

    Förderung für duisport – Dieses Projekt wurde teilweise vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Förderkennzeichen: 64.65.24-00019.

    RE-Chain-Studie herunterladen

    Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

  • Dortmunder Start-up Cargovibe gewinnt den 1. Platz

    Dortmunder Start-up Cargovibe gewinnt den 1. Platz

    Zum 9. Mal wurde gestern der Digital Logistics Award verliehen: Im Rahmen des »Zukunftskongress Logistik – 44. Dortmunder Gespräche« bekamen die 7 Finalisten die Möglichkeit, in einem fünfminütigen Elevator Pitch ihre vielfältigen und innovativen Logistiklösungen dem Publikum zu präsentieren. Anschließend stimmten Publikum und Expert:innen-Jury für ihre Favoriten ab. Sponsoren und Jury überreichten anschließend die Preise. Über 30 Start-ups aus 6 Ländern hatten sich in diesem Jahr beworben.

    Der Digital Logistics Award zeichnet innovative digitale Lösungen und zukunftsweisende Projekte aus und bietet Start-ups eine Bühne, um ihre Technologien und Ideen einem Fachpublikum zu präsentieren und Impulse zu setzen. »Der Digital Logistics Award macht sichtbar, was möglich wird, wenn innovative Ideen, digitale Technologien und starke Partnerschaften zusammenkommen. Als Digital Logistics Hub Dortmund wollen wir genau diesen Wandel vorantreiben – und gemeinsam mit unseren Partnern die Logistik von morgen gestalten: digital, nachhaltig und international wettbewerbsfähig«, so Maria Beck, Hub-Managerin des Digital Hub Logistics in Dortmund.


    Cargovibe ist die Nummer 1 beim Digital Logistics Award 2026
    Das Dortmunder Start-up Cargovibe hat gestern den ersten Platz beim Digital Logistics Award gewonnen. Cargovibe entwickelt einen digitalen Beifahrer für den Logistikbetrieb, der Lkw-Fahrer:innen während ihrer Fahrten alle relevanten Informationen und die notwendige Unterstützung direkt zur Verfügung stellt. Dadurch sollen der Kommunikationsaufwand reduziert und Betriebsstörungen vermieden werden. Der erste Platz ist mit 6.000 Euro dotiert.
    Weitere Informationen: cargovibe

    SLAPStack sichert sich den zweiten Platz
    Den zweiten Platz und somit 3.000 Euro Preisgeld konnte sich ein weiteres Dortmunder Start-up sichern: SLAPstack überzeugte Publikum und Jury mit einer KI-gestützten Lösungen für die Lagerintelligenz, die im Logistikbetrieb Echtzeit-Transparenz über Gabelstapler, Paletten und Lagerbestände bietet. Die Plattform nutzt automatisierte 3D-Vermessung, Live-Tracking und optimierte Routenplanung, um die Effizienz zu steigern, Fehler zu reduzieren und Engpässe in Lagern zu vermeiden.
    Weitere Informationen: SLAPStack | Forklift Awareness. Warehouse Intelligence.

    Der 3. Platz geht an Hadros
    Der dritte Platz geht an ein Intralogistik Start-up aus der Schweiz: Hadros bietet eine Full-Stack-Robotik-plattform, mit der autonome Kommissionierroboter, die mit taktilen Greifern ausgestattet sind, in bestehenden Brownfield-Lagern eingesetzt werden können, ohne dass bauliche Umbauten erforderlich sind. Das KI-gestützte »Warehouse Action Model« (WHAM) des Unternehmens ermöglicht das Greifen tief in Regalen und integriert modulare Microservices, um die manuelle Auftragsabwicklung zu automatisieren und die Prozessintelligenz zu verbessern. Der dritte Platz wird mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert.

    Sponsoren
    Die Preisgelder des Digital Logistics Award 2026 werden vom Dortmund Hafen 21, BITO Campus und die Dortmunder Wirtschaftskanzlei audalis zur Verfügung gestellt.

    Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

  • Von Einstein zu Gravitationswellen

    Von Einstein zu Gravitationswellen

    Die Universität Bonn lädt für Donnerstag, 22. Oktober, zu einem Veranstaltungsreigen ein

    Wie hängen Materie, Raum und Zeit zusammen? Diese fundamentale Frage steht im Zentrum der allgemeinen Relativitätstheorie, die Albert Einstein 1915 der Preußischen Akademie der Wissenschaften vortrug. Anlässlich des 111. Jubiläums der Theorie lädt das von der Universität Bonn getragene und vom Europäischen Forschungsrat (ERC) geförderte Projekt „GravNet“ für Donnerstag, 22. Oktober, zu zwei Veranstaltungen rund um Gravitation und Gravitationswellen ins Physikzentrum Bad Honnef ein. Ab 18:30 Uhr beleuchtet eine allgemein verständliche Vortragsreihe aktuelle Fragen und Erkenntnisse der Gravitationsphysik. Bereits zuvor bietet GravNet eine Masterclass zu Gravitationswellen für Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Klasse an. Für beide Veranstaltungen wird um vorherige Anmeldung unter https://indico.hiskp.uni-bonn.de/category/144/  gebeten. Die Teilnahme ist kostenlos.

    „Von Einstein zu Gravitationswellen“ lautet der Titel der Vortragsreihe am Donnerstag, 22. Oktober, ab 18:30 Uhr im Heraeus-Hörsaal des Physikzentrums Bad Honnef, Hauptstraße 5. Einlass ist ab 18 Uhr. Zum Auftakt spricht der Philosoph Prof. Dr. Dennis Lehmkuhl, Mitglied der Transdisziplinären Forschungsbereiche „Individuals & Societies“ und „Matter“ der Universität Bonn, ab 18:30 Uhr über „Einsteins Interpretation der allgemeinen Relativitätstheorie“. Um 19 Uhr stellt Prof. Dr. Achim Stahl von der RWTH Aachen das „Einstein-Teleskop“ vor. Anschließend berichtet der Physiker Prof. Dr. Matthias Schott ab 19:30 Uhr über die „Suche nach exotischen Gravitationswellen“. Schott ist Sprecher des Transdisziplinären Forschungsbereichs „Matter“, Mitglied des Exzellenzclusters „Color meets Flavor“ der Universität Bonn und Sprecher der GravNet Collaboration.

    Alle Interessierten aus der breiten Öffentlichkeit, insbesondere auch Nicht-Physikerinnen und Nicht-Physiker, sind herzlich zu dieser Veranstaltungsreihe eingeladen. Der Eintritt ist frei. Der Hörsaal fasst 100 Plätze, und daher wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Nach den Vorträgen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit den Rednern bei Getränken und leichtem Imbiss auszutauschen.

    Darüber hinaus findet am Donnerstag, 22. Oktober, von 14 bis 17:30 Uhr eine Masterclass zu Gravitationswellen für 20 Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Klasse statt. Die Teilnehmenden erhalten im Anschluss ein Zertifikat. Auch hier wird um eine Anmeldung gebeten.

    Weitere Information und Anmeldung:
    Online: https://indico.hiskp.uni-bonn.de/category/144/
    E- Mail: avalverd@uni-bonn.de

    Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

  • Turbo für den Strukturwandel: Rheinisches Revier wird europäisches Net Zero Valley

    Turbo für den Strukturwandel: Rheinisches Revier wird europäisches Net Zero Valley

    NRW weist das Rheinische Revier als Net Zero Valley aus – Beschluss soll Ansiedlungen von Zukunftsindustrien beschleunigen und den Strukturwandel auf die nächste Stufe heben

    Ein wichtiger Meilenstein für den Strukturwandel im Rheinischen Revier ist erreicht: Das Land Nordrhein-Westfalen weist das Rheinische Revier per Kabinettsbeschluss als Net Zero Valley aus. Damit wird die Region nach der Lausitz und Niedersachsen zum dritten europäischen Net Zero Valley. Grundlage ist der europäische Net Zero Industry Act (NZIA), mit dem die Europäische Union die Produktion strategischer Zukunftstechnologien in Europa stärken und deren Ansiedlung und Ausbau beschleunigen will.

    Mit der Ausweisung bekommt das Rheinische Revier einen wirkungsvollen Hebel, um den Strukturwandel zu beschleunigen. Denn der Status als Net Zero Valley verbindet zwei Entwicklungen unmittelbar miteinander: den Ausstieg aus der Braunkohle und den Aufbau einer neuen industriellen Zukunft. Wo heute noch die Folgen des Kohleausstiegs den Strukturwandel prägen, sollen morgen Produktionsstätten für die Technologien der klimaneutralen Wirtschaft entstehen.

    Aus dem Ausstieg wird damit der Einstieg: in Wasserstoff- und Batterietechnologien, moderne Stromnetze, elektrische Antriebe und transformative Technologien für die industrielle Dekarbonisierung.

    „Mit der Ausweisung zum europäischen Net Zero Valley setzt das Land NRW ein starkes Signal für unsere industrielle Zukunft. Wir wollen im Rheinischen Revier nicht nur CO₂-Emissionen einsparen, sondern das bauen, was Europa für seine Unabhängigkeit und Resilienz braucht“, sagt Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. „Als Net Zero Valley bündeln wir unsere strategischen Flächen und starken Unternehmen zu einem einzigartigen industriellen Ökosystem. So sorgen wir dafür, dass aus dem Strukturwandel eine echte wirtschaftliche Erfolgsgeschichte mit neuen, nachhaltigen Wertschöpfungsketten wird.“

    Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Aus einer Kohleregion wird eine Zukunftsregion für Wasserstoff und Stromnetztechnologien. Die Ausweisung als Net Zero Valley holt Investoren ins Rheinische Revier – und mit ihnen Arbeitsplätze, die bleiben. Das Rheinische Revier bietet die besten Voraussetzungen für Unternehmen und Forschende, Schlüsseltechnologien der Energiewende voranzutreiben und uns stärker, unabhängiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Die Ausweisung als Net Zero Valley ermöglicht schnellere Genehmigungen und Sichtbarkeit auf europäischer Ebene und wird dafür sorgen, dass kluge Ideen zügiger umgesetzt werden.“

    Europas neue Industrie entsteht nicht irgendwo – sondern hier

    Das Rheinische Revier bringt dafür Voraussetzungen mit, die in dieser Kombination nur wenige Regionen in Europa bieten können: große Industrie- und Gewerbeflächen, eine leistungsfähige Wissenschafts- und Forschungslandschaft, starke Unternehmen und Cluster sowie ein international sichtbares Innovationsökosystem.

    Diese Stärken sollen nun gezielt zusammengeführt werden. Das Rheinische Revier will den Status als Net Zero Valley nutzen, um Investoren für strategische Zukunftstechnologien nach Nordrhein-Westfalen zu holen und neue industrielle Wertschöpfungsketten in der Region aufzubauen. Die Landesgesellschaft NRW.Global Business unterstützt dabei gezielt die internationale Ansprache potenzieller Investoren.

    Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Technologieentwicklung und Forschung. Die entscheidende nächste Etappe des Strukturwandels ist die Produktion. Neue Fabriken und industrielle Anlagen sollen Wertschöpfung und zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen.

    „Wir haben die Flächen. Wir haben die Menschen. Wir haben die Forschung und wir haben die Unternehmen. Das sind Pfunde, mit denen wir wuchern können. Jetzt müssen wir daraus industrielle Wertschöpfung machen“, sagt Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises. „Wir wollen nicht dabei zusehen, wie die Technologien der Zukunft anderswo produziert werden. Wir wollen, dass diese Industrie hier entsteht – und zwar schnell. Mit dem Net Zero Valley schaffen wir dafür europäische Sichtbarkeit. Jetzt müssen wir den Status als Valley auch nutzen.“

    Bürokratie abbauen, Investitionen beschleunigen

    Der Net Zero Industry Act schafft dafür einen europäischen Rahmen. Für Investoren in Net Zero Valleys ermöglicht die Verordnung unter anderem vereinfachte und besser koordinierte Verfahren sowie beschleunigte Genehmigungsprozesse. Genau hier setzt die Ausweisung des Rheinischen Reviers an. Denn für Investoren entscheidet nicht allein die Verfügbarkeit geeigneter Flächen. Entscheidend ist auch, wie schnell aus einer Investitionsentscheidung ein genehmigter und realisierter Industriestandort werden kann.

    Der Status als Net Zero Valley soll deshalb zu einem echten Beschleuniger für den Strukturwandel werden. Verwaltungen und Unternehmen sollen schneller zusammenkommen, Verfahren besser gebündelt und Ansiedlungen effizienter begleitet werden.

    „Wir haben in Europa lange genug darüber gesprochen, dass wir strategische Technologien wieder selbst produzieren müssen. Jetzt geht es darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen“, so Middeldorf. „Das Rheinische Revier hat mit dem Net Zero Valley die Chance, zu einem der Standorte zu werden, an denen diese neue industrielle Realität tatsächlich entsteht.“

    Vom Kohlerevier zum Produktionsstandort der Zukunft

    Mit der Ausweisung als Net Zero Valley wird damit ein neues Kapitel des Strukturwandels aufgeschlagen. Das Rheinische Revier soll nicht lediglich die Folgen des Braunkohleausstiegs bewältigen. Es soll zu einem europäischen Produktionsstandort für die nächste Generation industrieller Technologien werden.

    Die Botschaft des Net Zero Valley richtet sich deshalb weit über die Region hinaus: Das Rheinische Revier ist offen für neue Industrie – mit Flächen, Know-how, Innovationskraft und künftig noch schnelleren Verfahren.

    Der Strukturwandel wird damit zur Chance, die industrielle DNA der Region weiterzuentwickeln: weg von der fossilen Energieerzeugung und hin zu einer neuen, resilienten und klimaneutralen Industrie.

    Quelle: Zukunftsagentur Rheinisches Revier

  • Wer holt sich das CERN ins Wohnzimmer?

    Wer holt sich das CERN ins Wohnzimmer?

    Es ist ein ungewöhnliches Stück Wissenschaftsgeschichte: Rund 9.500 LEGO-Steine bilden einen verkleinerten ATLAS-Detektor nach – jenes gigantische Experiment am CERN in Genf, mit dem 2012 das Higgs-Teilchen nachgewiesen wurde. Gebaut wurde das Modell von Physiker*innen der Bergischen Universität Wuppertal. Jetzt kommt es unter den Hammer: Am Freitag, 11. September, wird das Modell um 17 Uhr in der Kunsthalle Barmen zugunsten der Kunsthalle versteigert.

    Der Nachmittag beginnt um 16 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Wagner über die Spitzenforschung am Europäischen Kernforschungszentrum CERN. Tausende Wissenschaftler*innen aus aller Welt arbeiten dort gemeinsam daran, die grundlegenden Bausteine und Kräfte unseres Universums zu verstehen. Die Forschungsgruppe um Prof. Wagner an der Bergischen Universität ist Teil der internationalen ATLAS-Kollaboration.

    Was passiert im Innersten der Materie? Welche Kräfte halten unser Universum zusammen? Und welche Prozesse liefen unmittelbar nach dem Urknall ab? Der ATLAS-Detektor hilft dabei, Antworten auf diese fundamentalen Fragen zu finden. Im Sommer 2012 gelang mit seiner Hilfe ein wissenschaftlicher Durchbruch: Die Forschenden konnten das lange gesuchte Higgs-Teilchen nachweisen – ein wichtiger Baustein zum Verständnis, warum Elementarteilchen Masse besitzen.

    9.571 LEGO-Steine für die Spitzenforschung

    2014 entstand an der Bergischen Universität die Idee, die komplexe Forschung am ATLAS-Detektor anschaulich zu machen.  Physiker*innen bauten den Detektor im Maßstab 1:50 aus LEGO nach. Auf diese Weise sind sämtliche wichtigen Komponenten des gigantischen Forschungsinstruments im Kleinen zu erkennen.

    Die Idee für das LEGO-ATLAS-Modell stammt ursprünglich vom Physiker Dr. Sascha Mehlhase, der 2011 einen ATLAS-Detektor komplett aus LEGO-Steinen nachbauen wollte. In Wuppertal wurde daraus ein Modell mit 9.571 LEGO-Steinen, das zunächst in den Fluren der experimentellen Teilchenphysik aufgestellt wurde. Schulklassen und Besucher*innen konnten so einen Eindruck davon bekommen, wie Teilchenphysik funktioniert.

    Jetzt wird aus dem Forschungsmodell ein Sammlerstück

    Mehr als ein Jahrzehnt später bekommt das Modell eine neue Aufgabe: Es wird zum besonderen Sammlerstück für LEGO-Fans, Modellbauer*innen und Wissenschaftsbegeisterte – und gleichzeitig zum Unterstützer der Kunsthalle Barmen.

    Am 11. September um 17 Uhr wird das Modell versteigert. Der Erlös kommt vollständig der Arbeit der Kunsthalle Barmen zugute. Besucher*innen sind herzlich eingeladen, mitzusteigern und sich damit ein außergewöhnliches Stück Wuppertaler Wissenschaftsgeschichte nach Hause zu holen. Auch wer nicht persönlich vor Ort sein kann, hat die Gelegenheit an der Auktion teilzunehmen.

    Quelle: Bergische Universität Wuppertal

  • NRW.Global Business AWARD 2026: Ministerin Mona Neubaur zeichnet Unternehmen aus Japan, Indien, den USA und Nordrhein‑Westfalen für internationale Investitionen und erfolgreiche Markterschließung aus

    NRW.Global Business AWARD 2026: Ministerin Mona Neubaur zeichnet Unternehmen aus Japan, Indien, den USA und Nordrhein‑Westfalen für internationale Investitionen und erfolgreiche Markterschließung aus

    Grenzüberschreitendes unternehmerisches Engagement ist ein wichtiger Treiber für Wachstum, Innovation und Beschäftigung in Nordrhein‑Westfalen. Heute zeichnen Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und Felix Neugart, Geschäftsführer der landeseigenen Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung NRW.Global Business, vier herausragende Investitions- und Markterschließungsprojekte mit dem NRW.Global Business AWARD 2026 aus: den japanischen Verpackungsspezialisten TRICOR Packaging & Logistics, den indischen Softwarekonzern ZOHO, den Automobilzulieferer Aptiv mit Wurzeln in den USA sowie agathon, Weltmarktführer aus Essen für Kunststoffformen in der industriellen Lebensmittelproduktion. Die Auszeichnung würdigt bedeutende Investitionen internationaler Unternehmen in Nordrhein‑Westfalen ebenso wie erfolgreiche Internationalisierungsprojekte nordrhein-westfälischer Firmen.

    Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie: „Innovationen entstehen dort, wo Unternehmen den Mut haben, neue Wege zu gehen und über Grenzen hinweg zu denken. Genau dafür stehen unsere diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern: von nachhaltigen Verpackungslösungen aus Japan über digitale Innovationen aus Indien und Mobilitätstechnologien aus den USA bis hin zu einem Hidden Champion aus Nordrhein‑Westfalen mit weltweitem Erfolg. Mit dem NRW.Global Business AWARD würdigen wir dieses Engagement und die Unternehmen, die mit ihren klugen Investitionen, ihrer Innovationskraft und internationaler Zusammenarbeit die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts mitgestalten. So sieht Innovation made in NRW aus.“ 

    Felix Neugart, Geschäftsführer von NRW.Global Business: „Internationale Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich vor allem daran, wie offen ein Standort für neue Ideen, Technologien und Partnerschaften ist. Unsere diesjährigen Preisträger profitieren davon: Sie investieren langfristig in Nordrhein‑Westfalen oder tragen Innovationen aus NRW erfolgreich in die Welt. Der NRW.Global Business AWARD würdigt Unternehmen, die diesen internationalen Austausch mit Leben füllen und macht Erfolgsgeschichten sichtbar, die weit über Nordrhein‑Westfalen hinaus wirken.“

    Die ausgezeichneten Unternehmen 2026 im Überblick:

    agathon (NRW), Essen: agathon ist Weltmarktführer für innovative Kunststoffformen in der industriellen Lebensmittelproduktion und beliefert insbesondere die internationale Schokoladenindustrie. Mit Kunden in mehr als 50 Ländern in Europa, Asien und Nordamerika zählt das Unternehmen aus Essen zu den Hidden Champions des Landes und steht beispielhaft für die erfolgreiche Erschließung internationaler Wachstumsmärkte. Der Neubau einer hochautomatisierten Produktionsstätte mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro unterstreicht das Bekenntnis zum Standort Nordrhein‑Westfalen als globalem Exporthub. Energieeffiziente Produktionsprozesse und Recyclingkonzepte ergänzen die Ausrichtung des Unternehmens auf nachhaltiges Wirtschaften.

    Aptiv (USA), Wuppertal: Ursprünglich als Tochter von General Motors in den USA gegründet, entwickelt Aptiv Technologien für die Mobilität der Zukunft: von Fahrerassistenzsystemen und softwarebasierten Fahrzeugarchitekturen bis hin zu Lösungen für Elektromobilität und automatisiertes Fahren. Mit seinem europäischen Technologie- und Entwicklungszentrum in Wuppertal zählt das Unternehmen zu den Innovationstreibern der Automobil- und Mobilitätsbranche in Nordrhein‑Westfalen. Kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie zuletzt in den Ausbau der Fertigung für Steckverbindungen unterstreichen das langfristige Engagement am Standort und stärken die Innovationskraft des Landes.

    TRICOR Packaging & Logistics (Japan), Goch/Weeze: Als Teil der japanischen Rengo Group investiert TRICOR Packaging & Logistics 170 Millionen Euro in eines der modernsten Werke für Schwerwellpappe in Europa. Am Standort Goch/Weeze entstehen rund 200 neue Arbeitsplätze. Die Produktionsstätte verbindet moderne Fertigungstechnologien mit Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. Mit der Investition stärkt TRICOR den Industriestandort Nordrhein‑Westfalen und schafft zusätzliche Kapazitäten für nachhaltige Verpackungslösungen im internationalen Warenverkehr.

    ZOHO (Indien), Essen: Der indische Softwarekonzern ZOHO gehört zu den weltweit führenden Anbietern cloudbasierter Business-Anwendungen. Seine Lösungen unterstützen Unternehmen bei Digitalisierung, Zusammenarbeit und Wachstum. Mit der Eröffnung seiner Deutschlandzentrale in Essen baut ZOHO seine Präsenz auf dem deutschen und europäischen Markt weiter aus. Rund 55 Beschäftigte unterstützen von dort aus Unternehmen bei der digitalen Transformation. Gleichzeitig bringt ZOHO digitale Zukunftskompetenzen nach Nordrhein‑Westfalen und stärkt das Angebot innovativer Softwarelösungen für den regionalen Mittelstand und internationale Unternehmen am Standort. 

    Quelle: NRW.Global Business

  • Baubeginn für das Production Launch Center Aviation (PLCA) – Klimaneutrale Luftfahrtproduktion in Würselen

    Baubeginn für das Production Launch Center Aviation (PLCA) – Klimaneutrale Luftfahrtproduktion in Würselen

    Ministerin Neubaur: Starkes Signal für eine emissionsarme Luftfahrt – Neue Jobs in Forschung, Entwicklung und Fertigung für das Rheinische Revier

    Sicher, effizient und emissionsarm abheben – daran forschen Hochschulen, Forschungsinstitute und Industrie gemeinsam im Rheinischen Revier.  Am Forschungsflughafen Würselen/Aachen wurde nun der Startschuss für eine weitere wichtige Zukunftsinvestition gegeben.

    Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur überreichte am Montag für den Aufbau des Production Launch Center Aviation (PLCA) zwei Förderbescheide in Höhe von 49,2 Mio. Euro für das Projekt PLCA Launch und 12,5 Mio. Euro für die zweite Tranche des Projekts EcoCastAero. Die Mittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen des Bundes und werden durch Landesmittel Nordrhein‑Westfalens ergänzt.

    Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Ich glaube nicht an eine Welt ohne Fliegen. Aber ich glaube an eine Welt, in der Fliegen sauber wird. Genau daran arbeiten wir hier in Würselen: an Flugzeugteilen aus neuen Werkstoffen, gegossen in einer der modernsten Anlagen Europas. Das ist keine Zukunftsmusik, das ist Grundsteinlegung – für Technologie und für Jobs im Rheinischen Revier.”

    Das ist konkret geplant:  

    Mit dem PLCA entsteht am Forschungsflughafen Würselen/Aachen eine zentrale Einrichtung für moderne Produktionstechnologien der Luftfahrt. Dadurch gelangen neue Technologien schneller in die industrielle Nutzung – das stärkt die regionale Innovationskraft. Das Zentrum verbindet universitäre Forschung, angewandte Technologieentwicklung und industrielle Fertigung und entwickelt digital vernetzte Produktionsverfahren für Komponenten einer klimaneutralen Luftfahrt. Gefördert wird der Bau, die Inbetriebnahme des PLCA sowie der Aufbau einer hochmodernen Gussanlage zur Erforschung neuer Werkstoffe und Fertigungstechnologien. Access e.V. bringt seine Expertise in Werkstoff‑ und Fertigungstechnologien ein und nutzt die Infrastruktur zur Weiterentwicklung gießtechnischer Verfahren, Simulationstools und industrieller Prozessketten.

    Mit der Investition setzt das Land Nordrhein‑Westfalen ein deutliches Signal: Der Strukturwandel im Rheinischen Revier wird aktiv begleitet, neue industrielle Perspektiven werden eröffnet, und die Region wird als Standort für klimaneutrale Luftfahrtproduktion und fortschrittliche Fertigungstechnologien weiter gestärkt.

    Durch die Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungsinstituten und Industriepartnern entstehen industrielle Arbeitsplätze, neue Wertschöpfungsketten und ein technologisches Profil, das die Region als Standort für luftfahrtbezogene Produktion stärkt.

    Bund und Land unterstützen den Strukturwandel des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung aus Bundesmitteln mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 818 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,33 Milliarden Euro bewilligt.

    Quelle: Wirtschaft NRW