Die Automobilbranche wandelt sich aktuell fundamental. Auch wenn dieser Wandel gesamte Wertschöpfungsketten – vom Automobilhersteller über die Zuliefererindustrie bis hin zur Materialforschung – vor grundsätzliche Herausforderungen stellt, bietet er auch eine Vielzahl an Chancen. Und wie in nahezu allen Märkten bieten die Schlüsseltechnologien auch hier elementare Lösungsansätze in verschiedensten Bereichen. Um einige Beispiele innovativer Impulse für die Mobilitätswende aufzuzeigen, hat sich der Cluster NanoMikroWerkstoffePhotonik.NRW dazu entschlossen, gemeinsam mit dem Cluster automotiveland.NRW ein Magazin dem Thema „Schlüsseltechnologien im Automobil der Zukunft“ zu widmen. Das Feedback aus der High-Tech-Community NRWs war derart groß, dass wir nur einige Beispiele aufnehmen und nicht die komplette Bandbreite abdecken können. Dennoch sind wir überzeugt, dass wir auch für Sie ein paar spannende Entwicklungen finden konnten.
Eine der Schlüsseltechnologien ist zum Beispiel die Digitalisierung als wichtiges und universelles Werkzeug unserer Zeit. Soft- und Hardware unterstützt – in der Digitalisierung vereint – unsere Wirtschaft nicht nur im Bereich Produktion, sondern zukünftig auch in Planungs- und Management-Prozessen immer stärker. Das Automobil der Zukunft soll nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch intelligenter werden. Die Sensorik, welche uns schon heute in Fahrerassistenzsystemen unterstützt, wird zukünftig das autonome Fahren ermöglichen. Dadurch steigt jedoch der Gesamtbedarf an Halbleitern im Automobil, da neben der Sensorik und den Aktoren eine gute Konnektivität zur Außenwelt und die Möglichkeit zur Kommunikation und Unterhaltung immer mehr zur Kaufentscheidung beitragen werden. Lesen Sie hierzu das Interview mit Prof. Dr.-Ing. Peter Burggräf, Lehrstuhlinhaber International Production Engineering and Management IPEM, Universität Siegen.
Neben Digitalisierung und Sensorik sind Werkstoffinnovationen ein zentrales Thema in der Wirtschaft. Denn 70 Prozent aller technischen Innovationen in Deutschland beruhen auf Werkstoffinnovationen. Innovative Werkstoffe und Materialien sind eng mit neuen Produktionsprozessen verbunden. Auch hier ist die Geschwindigkeit beeindruckend, mit der Bauteile performanter, aber auch leichter werden. Der 3D-Druck oder auch individuell geformte, funktionalisierte Glasflächen halten durch innovative Ansätze Einzug in die Serienproduktion. Ohne Werkstoffinnovationen ist die für die Elektromobilität notwendige Energiedichte bei Akkus nicht erreichbar. Aber auch das Recycling darf nicht außer Acht gelassen werden, um die Ressourceneffizienz, aber auch die Resilienz der Wirtschaft NRWs zu steigern. Hier sind wir stolz, Ihnen mit dem Batterie-Recycler „cylib“ den Gewinner des diesjährigen Innovationspreis NRW aus Aachen in diesem Magazin vorstellen zu können.
Im Gespräch mit NMWP.NRW und automotiveland.nrw hat Frau Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unserer Wirtschafts- und Wissenschaftslandschaft ein hohes Innovationspotential attestiert. Für eine nachhaltige Mobilität brauchen wir saubere Autos, und die Schlüsseltechnologien sind hierfür unverzichtbar. Wichtig ist der NRW-Wirtschaftsministerin dabei, dass wir die Kompetenzen für diese Schlüsseltechnologien in Nordrhein-Westfalen haben und weiterentwickeln.
Sie sehen – Schlüsseltechnologien wie die Nano- und Mikrosystemtechnik, die innovativen Materialien und die Photonik sind wichtige Enabler für das Automobil der Zukunft. Sie werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, leisten aber unverzichtbare Beiträge, um unser Leben zu verbessern und die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Wir möchten Ihnen mit diesem Magazin Einblicke in einige Aktivitäten und innovative Impulse aus NRW bieten.

